Osterlehrgang mit Owe Rossen und Karl-Heinz Ladehoff

Viele verbringen die Ostertage ja eher ruhig und entspannt. Einigen Karateka aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist das eher zuwider. Und da dies bekannt ist, lud Karl-Heinz Ladehoff (3. Dan) zusammen mit Owe Rossen (5. Dan) zum jährlich stattfindenden Osterlehrgang in Hamburg-Wandsbek ein. Nach dem gemeinsamen Aufwärmen standen bei Owe Rossen nach dem Kihon die Kata Chinto auf dem Programm. Die exakte Ausführung aus der Mitte des Körpers wurde neben dem Embusen in der ersten Einheit geübt. In der zweiten Einheit wurden Teile der Chinto als Kaisetsu/Bunkai am Partner geübt. Hier zeigte Owe Rossen, dass seine Interpretation und Ausführung der Kata durch Bewegungen aus der Körpermitte sehr gut am Partner anwendbar sind.

Am zweiten Tag begann das Training mit dem gemeinsamen Aufwärmen und eine Weiterführung des Kihon und Kihon Kumite an. Nach einer kurzen Pause wurde sich dann intensiv mit dem Thema Tanto-Tori auseinander gesetzt. Wie am ersten Tag, legte Owe Rossen viel Wert auf die korrekte Ausführung aus der Körpermitte. Hier zeigte er eindrucksvoll, dass Hebeltechniken nicht unbedingt schmerzhaft sein müssen – das kann ja jeder – sondern eher über die Gesetze der Biomechanik effektiver funktionieren.

Sehr erfreulich war, dass eine ganze Reihe von Weißgurten am Osterlehrgang teilnahm – der frischeste ist gerade seit wenigen Wochen dabei. Diese Zielgruppe und die übrigen Kyu-Grade wurden immer mal wieder in Extra-Einheiten von Karl-Heinz Ladehoff trainiert. Kata Bunkai (Anwendung der Pinan Nidan) sorgte für viele Aha-Erlebnisse bei den Anfängern, was sich positiv auf die Ausführung der Techniken auswirkt. Darüber hinaus wurden die ersten drei Sanbon Kumites geübt – mitunter an verschiedenen Partnern. Natürlich gab es auch viele Einheiten, in denen alle zusammen trainiert haben.

In den Pausen konnten sich alle Teilnehmenden mit belegten Brötchen, Kuchen, Salaten und Obst stärken, außerdem standen Kaffee und Wasser zur Verfügung.

Alles in allem waren beide Tage rundum gelungen. Für das zehnjährige Jubiläum des Osterlehrgangs im nächsten Jahr sind wir bereits voll in der Planung, damit dieser ebenso zu einem ganz besonderen Erlebnis wird.

(Mike Stengel, Sibylle Kronenwerth)

 

Lehrgang im Juni

Frühjahrsputz am Wochenende: Reinigung der Karatematten

Am 24.03.2018 versammelten wir von der Karateabteilung uns gegen 10 Uhr in der Sporthalle Bandwirkerstraße, um unter anderem für unseren jährlichen Osterlehrgang die Karatematten zu reinigen. Hierbei handelt es sich um 200 Matten (sprich 400m2), die von beiden Seiten mit Teppichreinigungsmaschinen gereinigt und anschließend abgetrocknet werden mussten. Im Vorfeld mussten dafür Reinigungsmittel, Lappen und Kabeltrommeln organisiert sowie die Ausleihe der Reinigungsmaschinen vereinbart werden. Es wartete eine Menge Arbeit auf uns, für die jede helfende Hand gebraucht wurde. Deshalb kam jeder, der Zeit hatte, zum Helfen vorbei.

 

Um für eine bessere Stimmung während der Reinigungsaktion zu sorgen, lief im Hintergrund Musik per Bluetooth-Lautsprecher; die Musikwünsche konnten in der Woche zuvor abgegeben werden.

 

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Zwischendurch gab es die Möglichkeit, sich mit selbstgebackenem Kuchen zu stärken. Zur Mittagszeit bereiteten wir frisch gegrillte Würstchen zu, die wir anschließend gemeinsam mit Brötchen und etwas Senf oder Ketchup aßen. Und anschließend gab es noch für jeden eine kleine Erfrischung, also Bier.

 

Es war ein abwechslungsreicher Tag, der genauso viel Spaß gemacht hat wie die einzelnen Trainingsstunden und außerdem den Teamgeist in der Gruppe gestärkt hat! :)

 

 

(Stephanie Schild)

Im Kampf gegen sich selbst

Was ist ein Sieg und was ist eine Niederlage? Wer sich mit Sport im weiteren oder im speziellen Sinne beschäftigt, trifft automatisch auf eines von beiden – meist ist der Sieg schön und berauschend, die Niederlage schmerzt. Sport ist aber mehr (geworden) als ein Ringen um Tore, Punkte oder gute Bewertungen, vor allen Dingen hilft er denjenigen, die ihn ausüben. Ein Extrembeispiel hierfür gibt es jetzt aus der Karate-Abteilung des TSV Wandsetal. Sie ist mit ihren zwölf Mitgliedern (noch) nicht groß und auch mit dem  Titel kann sie nicht protzen. Und trotzdem geschieht dort etwas, was jeden glänzenden Pokal in den Schatten stellt.

 

Auf diese nämlich kann Karate-Kämpfer Roland Reichard mit Sicherheit verzichten. Der heute 66-Jährige hat dem Sport etwas jenseits der spektakulären Erfolge zu verdanken, nämlich den Sieg über sich selbst – so wie er einmal war oder sein musste. Es fällt ihm schwer, sich an die Zeit nach seinem schweren Verkehrsunfall vor 25 Jahren zu erinnern. Was heißt auch zu erinnern: Roland war mehr als drei Wochen bewusstlos, trug eine Querschnittslähmung davon. Ein Leben war das jedenfalls nicht mehr.

 

Er überlebte und es folgte eine lange Reha. Und was hat nun Karate im TSV Wandsetal damit zu tun? Sehr viel, den Roland Reichard ist seit 2011 Karate-Kämpfer „gegen sich selbst“, gewinnt auf diese Weise Kampf um Kampf: Seine Bewegungen werden immer kontrollierter, die Motorik stabilisiert sich und natürlich wird der Mann, der quasi wieder auferstanden ist, immer glücklicher. „Wenn jemand spürt, dass der Karate-Sport gut für die Seele ist, dann ich“, sagt Roland, der selbstverständlich auch wieder lächeln kann.

 

Seine Trainer Kalle Ladehoff (59) und Uwe Ferdyn (55) verfolgen nicht nur Reichards Weg mit Genugtuung. „Natürlich sind wir keine Trend- oder Funsportart und so spektakulär sieht das auch alles nicht aus, aber wir helfen den Menschen äußerst wirksam“, sagt Ladehoff, im Leben ohne den schwarzen Gurt selbstständiger Masseur. „Roland hat sich stabilisiert, die Pendelbewegungen haben nachgelassen. Aber niemand sollte unterschätzen mit wie viel Selbstdisziplin dieser Weg der Genesung verbunden ist“ sagt der in Rothenburgsort geborene Trainer, um gleich seinen Schützling anzufahren: „Man Roland, der andere Arm muß vor.“ Er habe Spaß mit so genannten Behinderten zu arbeiten und habe schon viele seiner Schäfchen durch Karate auf Vordermann gebracht. Das aber erfordere für jeden Beteiligten seinen Preis – ein Weg der sich allemal lohnt. Der Karate-Sport ist nämlich zumindest im TSV Wandsetal eine Art Aufforderung an Menschen, die sich nicht trauen, schämen und sich deshalb etwas verstecken, sie werden so aufgebaut.

 

Trotzdem oder gerade deswegen sollte niemand glauben, dass das Karate-Training unter Kalle Ladehoff  und Uwe Ferdyn in der Atmosphäre einer Heilanstalt stattfindet. In der kleinen Halle an der Hammer Straße herrscht zwischen den auf die Wand gemalten Handballtoren und den Basketballkörben zeitweise schon ein rauer Ton und angepackt wird sich ohnehin. In diesem Sinne:  Erst Füße kreisen, dann Knie kreisen und dann geht es auch schon zur Sache. Und alle sind sich sicher: Bald wird es immer mehr Sieger geben, die nicht nur gegen sich selbst gewinnen.

Autor: Klaus Karkmann

Ein Jahr Karate im TSV Wandsetal - ein Resumé

Turbulent: So würde ich das erste Jahr unserer neuen Abteilung im TSV Wandsetal beschreiben.

 

Zur damaligen Zeit ist die Entscheidung gefallen, dass wir uns als komplette Abteilung einem neuen Verein anschließen, dem TSV Wandsetal. Wir bringen Hallenzeiten, Materialien als auch neue Mitglieder mit. Ein Grundgedanke: Der TSV Wandsetal erweitert sein Angebot und wir profitieren davon dass wir uns einem funktionierenden Verein anschließen, mit Geschäftsstelle, Vereinshaus usw. Nach einem schnellen Wechsel kann man dann mehr Zeit in die inhaltliche Arb Wie so häufig sieht die Realität ein wenig anders aus. Der Wechsel ging recht schnell. Kaum geschehen, deutete das Bezirksamt an, unsere Halle in der wir vier Tage in der Woche trainierten, auf Dauer schließen zu wollen. Bis zu den Sommerferien dieses Jahres kämpften wir mit dem Großteil unserer zeitlichen Reserven für den Erhalt der Halle und der damit verbundenen Hallenzeiten, bis zur Schließung dieser und dem Erhalt neuer Zeiten an anderen Standorten. eit stecken, aber auch in die Neumitgliedergewinnung, worum es auch letztlich gehen soll. So war zumindest der Gedanke.

 

Seit dem Ende der Sommerferien müssen keine Katastrophen mehr abgewendet werden und der Fokus kann auf die eigentliche Arbeit gelegt werden. Insgesamt wurde in dem Jahr einiges erreicht: Immer häufiger haben wir beispielsweise Gäste zum Probetraining bei uns, einige sind auch geblieben und ergänzen unsere Gruppe sehr gut. Wir konnten unser Angebot erweitern, seit den Sommerferien bieten wir freitags in jeder geraden Kalenderwoche ein Selbstverteidigungstraining für Personen ohne Vorkenntnisse an. Sonntags wird nun ein Karatetraining mit dem Schwerpunkt Kata angeboten.

 

Einer unserer Schwerpunkte ist es, dass bei uns jede Person, egal ob mit oder ohne Handicap, Karate betreiben kann und für sich selbst einen Gewinn erzielen soll. Gerne möchten wir Personen ermutigen, trotz ihrer Handicaps unseren Sport auszuprobieren. Um die Menschen zu erreichen, müssen an den richtigen Stellen Kontakte geknüpft werden. Die ersten Schritte des Networkings sind getan.

 

 

Alles in allem sind wir im TSV Wandsetal gut angekommen und fühlen uns mit unserem Sport jetzt hier zu Hause. Solltet ihr Lust probieren, an einem unserer Angebote teilzunehmen, so tut es einfach! Als Einstieg eignet sich sehr gut für das Karate die Mittwochsgruppe oder die „Selbstverteidigung für jedermann“-Gruppe.